Herzlich Willkommen bei einem der wichtigsten Themen wenn es um LGBT-Communitys geht. Geschlechtskrankheiten. Jeder kann es bekommen, durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, manche Krankheiten kann man aber auch anders bekommen. 

Wir möchten Euch hier einen Einblick in wichtige Fragen zu den einzelnen Krankheiten geben.

Bei Rückfragen helfen wir Euch gerne weiter. Traut Euch, wir haben uns zu absoluter Verschwiegenheit verpflichtet und daran halten wir uns. Wer weiß, vielleicht können wir Dir ja den einen oder anderen Tipp geben?!  Melde Dich ungeniert. 

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Was sind Chlamydien?
Chlamydien sind Bakterien. Sie verursachen Entzündungen an Schleimhäuten, am häufigsten in der Harnröhre, in der Scheide sowie im Enddarm und Analbereich. Auch im Mund- und Rachenraum können sie auftreten. Infektionen mit Chlamydien gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen.

Das Wichtigste über Chlamydien

  • Chlamydien gehören zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten in Deutschland.
  • Die Bakterien führen vor allem zu Entzündungen der Harnröhre, der Genitalien und des Enddarms.
  • Die Infektion verläuft meist ohne oder mit wenigen Symptomen. Viele Infektionen werden daher nicht entdeckt.
  • Nicht behandelte Chlamydien können bei Frauen zu Unterleibsentzündungen und Unfruchtbarkeit führen. Bei schwangeren Frauen sind Frühgeburten und die Übertragung auf das Neugeborene möglich.
  • Die Chlamydien-Infektion ist mit Antibiotika gut behandelbar.
  • Kondome/Femidome beim Vaginal- und Analverkehr reduzieren das Risiko einer Übertragung, schützen aber nicht vollständig.

Chlamydien und HIV
Bei Menschen mit HIV verlaufen Chlamydien-Infektionen meistens schwerer. Das Risiko einer HIV-Übertragung ist bei einer Chlamydieninfektion erhöht, weil die entzündeten Schleimhäute und die Entzündungssekrete besonders viele Viren enthalten. HIV-Negative mit Chlamydien haben ein höheres Risiko, sich mit HIV zu infizieren, weil HIV durch Entzündungen besonders leicht den Weg in den menschlichen Körper findet.


Symptome
Häufig verursachen Chlamydien keinerlei Beschwerden. Treten jedoch Symptome auf, kommt es nach ein bis drei Wochen zu Ausfluss aus der Harnröhre, Jucken und Brennen sowie Schmerzen beim Wasserlassen. Eine unbehandelte Infektion mit Chlamydien kann sich im Körper weiter verbreiten.

Bei Männern können sich Samenleiter, Prostata und Nebenhoden entzünden. Bei Frauen kann die Infektion in die Bauchhöhle wandern und auch die Eileiter betreffen. In manchen Fällen führt eine unbehandelte Chlamydieninfektion so zu Unfruchtbarkeit.


Ansteckung
Chlamydien befinden sich in den Schleimhäuten von Harnröhre, Scheide und Enddarm, außerdem in der Scheidenflüssigkeit und im Sperma. In geringerer Konzentration findet man sie auch im Urin und im „Lusttropfen“ des Mannes.

Eine Infektion ist bei allen sexuellen Praktiken möglich, bei denen es zu direktem Kontakt mit infektiösen Schleimhäuten oder Körperflüssigkeiten kommt. Der häufigste Übertragungsweg ist ungeschützter Vaginal- und Analverkehr. Aber auch über die Hände oder Sexspielzeug finden die Chlamydien manchmal ihren Weg.


Schutz vor Chlamydien
Kondome können eine Infektion mit Chlamydien nicht sicher verhindern, reduzieren das Risiko aber erheblich. 

Um eine Infektion früh zu erkennen und nicht weiterzugeben, sollten sich Menschen mit häufig wechselnden Sexpartnern regelmäßig auf Chlamydien untersuchen lassen.

Frauen unter 26 Jahren können sich einmal im Jahr auf Kosten der Krankenkasse auf Chlamydien untersuchen lassen. Auch Schwangere Frauen sollten überprüfen lassen, ob sie mit Chlamydien infiziert sind, denn die Bakterien können zu Frühgeburten und einer Infektion des Neugeborenen führen.


Diagnose
Chlamydien können durch einen Abstrich (bei Frauen) oder einen Urintest (bei Männern) festgestellt werden.


Behandlung
Chlamydien sind mit Antibiotika gut behandelbar. Je früher die Behandlung beginnt, desto einfacher und kürzer ist sie normalerweise.

Wegen der hohen Ansteckungsgefahr sollte auf Sex verzichtet werden, bis die Therapie abgeschlossen ist. Sexpartner sollten sich untersuchen und gegebenenfalls mit behandeln lassen, damit kein „Pingpong“-Effekt eintritt.

Was ist Hepatitis B?
Hepatitis B ist eine Leberentzündung, die durch das Virus HBV verursacht wird. Sie ist leicht übertragbar, vor allem beim Sex sowie durch verunreinigte Spritzen und Zubehör. Die Infektion kann chronisch werden, also dauerhaft krank machen.

Auch Menschen mit HIV sollten sich gegen Hepatitis B impfen lassen. Bei ihnen kommt die Hepatitis B häufiger vor als im Bevölkerungsdurchschnitt und sie wird häufiger chronisch. Auch eine Leberzirrhose (Schrumpfleber) kommt bei ihnen häufiger vor.


Krankheitsverlauf
Zwischen Ansteckung und Erkrankung vergehen im Durchschnitt zwei bis drei Monate. Die Krankheit verläuft von Mensch zu Mensch höchst unterschiedlich. Bei bis zu zwei Dritteln der Fälle treten keine oder nur geringe Krankheitszeichen auf, die oft mit einer Grippe verwechselt werden. Bei einem Drittel kommt es zu Beginn – meist zwei bis drei Monate nach der Ansteckung– zu Beschwerden.

Dazu gehören zum Beispiel Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen, Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Hautveränderungen. Bei etwa einem Drittel der Fälle entwickelt sich dann eine Gelbsucht: Augen und Haut färben sich gelb, der Urin wird dunkler, der Kot heller.

Bei Erwachsenen wird der Körper meist selbst mit der Infektion fertig – die Beschwerden klingen nach einigen Wochen wieder ab. Manchmal aber wird die Krankheit zum Dauerzustand (chronisch) und muss behandelt werden. Wird sie nicht behandelt, kann es zu schweren Verläufen bis hin zu Leberversagen kommen.

Ansteckung
Hepatitis B ist sehr ansteckend. Das Virus wird vor allem durch Blut übertragen. Es befindet sich aber in geringerer Menge auch in anderen Körperflüssigkeiten wie Speichel, Samen, Scheidenflüssigkeit, im Urin, in Tränen und in Muttermilch.

Übertragen wird es vor allem beim Sex (vaginal, anal, oral). Wenn auch Blut im Spiel ist, erhöht sich das Risiko: Für eine Ansteckung reicht schon eine winzige Menge aus, die über kleinste Verletzungen der Haut oder Schleimhaut in den Körper gelangt.

Ein besonders hohes Risiko besteht bei der gemeinsamen Benutzung von Spritzen und Zubehör (Löffel, Filter, Tupfer), wenn Drogen gespritzt werden. Aber auch das Röhrchen zum Sniefen (Schnupfen) von Drogen wie Kokain kann über kleinste Mengen Blut Hepatitis B übertragen. Auch bei der gemeinsamen Benutzung von Zahnbürsten, Rasierern und Nagelscheren sowie beim Piercen und Tätowieren mit nicht sterilem Gerät besteht ein Risiko.

Hepatitis B kann außerdem in der Schwangerschaft, bei der Geburt und beim Stillen auf das Kind übertragen werden.


Schutz gegen Hepatitis B
Der sicherste Schutz gegen eine Hepatitis B ist die Impfung. Sie erfolgt in der Regel gemeinsam mit der Impfung gegen Hepatitis A. Empfohlen wird  die Impfung für:

  • Männer, die Sex mit Männern haben
  • Menschen mit höherem Risiko beim Sex (wechselnde Partner)
  • Menschen mit chronischen Lebererkrankungen
  • Menschen mit Kontakt zu Hepatitis-B-Kranken (zum Beispiel Krankenhauspersonal)
  • Menschen, die sich ihre Droge spritzen oder sie sniefen
  • Die Impfung ist auch für HIV-Positive möglich und empfehlenswert.

Durch Kondome lässt sich das Risiko einer Hepatitis B zwar reduzieren, aber nicht ausschließen.

Beim Drogenkonsum schützt man sich am besten, indem man nur sein eigenes Spritzbesteck und Zubehör benutzt.


Diagnose und Behandlung
Eine Hepatitis B wird durch einen Bluttest festgestellt.

In der ersten, der akuten Phase werden lediglich die Beschwerden behandelt. Wichtig ist, auf leberschädigende Substanzen wie Alkohol, Drogen oder nicht unbedingt notwendige Medikamente sowie auf fettreiches Essen zu verzichten.

Die Behandlung der chronischen Hepatitis B dauert Monate bis Jahre, manchmal müssen die Medikamente sogar lebenslang eingenommen werden, damit sich das Virus nicht wieder vermehrt.

Bei Menschen mit HIV und Hepatitis B („Koinfektion“) muss die Therapie beider Infektionen aufeinander abgestimmt werden, da teilweise die gleichen Medikamente zum Einsatz kommen. Die Behandlung einer Koinfektion gehört immer in die Hand erfahrener Ärzte.

Was ist HIV?
HIV ist eine Abkürzung und bedeutet „Humanes Immundefizienz-Virus“. Das bedeutet übersetzt: menschliches Abwehrschwäche-Virus. HIV schädigt die körpereigenen Abwehrkräfte, die auch Immunsystem genannt werden. Anstecken kann man sich durch ungeschützten Geschlechtsverkehr oder aber blutende Stellen die sich vermischen.

So kann der Körper eindringende Krankheitserreger wie Bakterien, Pilze oder Viren nicht mehr bekämpfen. Im schlimmsten Fall treten dann bestimmte lebensbedrohliche Erkrankungen auf, zum Beispiel schwere Lungenentzündungen. Dann spricht man von Aids.

Auch das ist eine Abkürzung, es bedeutet „Acquired Immune Deficiency Syndrome“. Auf Deutsch: Erworbenes Abwehrschwäche-Syndrom.

Symptome
Kurz nach der Infektion mit HIV vermehrt sich das Virus im Körper besonders stark. Zwei bis vier Wochen nach der Ansteckung treten meistens grippeartige Beschwerden auf, zum Beispiel:

 – Fieber, Abgeschlagenheit, Müdigkeit oder Unwohlsein, starker Nachtschweiß, Durchfall, Mandel- und Lymphknotenschwellungen, Muskelbeschwerden, Hautausschläge – 

Die Symptome verschwinden nach ein bis zwei Wochen von alleine wieder und werden oft fälschlicherweise als Grippe oder Darminfektion gedeutet. Während dieser ersten Krankheitsphase befinden sich besonders viele Viren in Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma, Scheidenflüssigkeit und in manchen Schleimhäuten (zum Beispiel im Anal- und Genitalbereich). Die Ansteckungsgefahr für Sexpartner ist dann besonders groß.

Infektionsverlauf
In den folgenden Monaten und Jahren vermehrt sich HIV im Körper oft lange Zeit unbemerkt, verursacht dabei aber schon bleibende Schäden an der körpereigenen Abwehr und manchen Organen. Besonders stark betroffen ist der Darm, der eine wichtige Rolle für die körpereigenen Abwehrkräfte spielt.

Schließlich kommt es vermehrt zu Beschwerden wie Fieber, Nachtschweiß, Durchfall und Lymphknotenschwellungen. Die Anfälligkeit für Krankheiten steigt.

Behandlung
Die Vermehrung des Virus lässt sich mit Medikamenten verhindern. Die Medikamente müssen dauerhaft und regelmäßig eingenommen werden. Die Zahl der Viren im Körper sinkt dann bei den meisten Menschen mit HIV so stark, dass man sie mit den gängigen Methoden nicht mehr nachweisen kann.

Wenn das Virus sich nicht mehr vermehrt, werden die körpereigenen Abwehrkräfte nicht weiter geschädigt und können sich wieder erholen. Zu einer Aids-Erkrankung kommt es dann nicht mehr.

Es ist wichtig, früh genug mit einer Therapie zu beginnen, damit HIV den Körper gar nicht erst stark schädigen kann.

Ungeschützter Sex trotz HIV?
Wenn HIV im Blut aufgrund einer HIV-Therapie nicht mehr nachweisbar ist, dann ist auch keine Übertragung mehr möglich. Wenn nun selbst beim Sex ohne Kondom dank der HIV-Behandlung keine Übertragung mehr möglich ist, dann ist die Vorstellung eines Risikos im Alltag wirklich nur noch abwegig. Einem entspannten Zusammenleben von HIV-positiven und HIV-negativen Menschen steht nichts mehr im Wege.

Wie finde ich heraus, ob ich HIV positiv bin?
In jedem Bundesland gibt es Beratungsstellen der Aidshilfe, bei denen man sich anonym testen lassen kann. Meist kosten diese Tests ca. 15 €, genaueres entnehmt ihr den Seiten der Beratungsstellen direkt. 

In Berlin findest Du alle Infos beispielsweise hier: https://www.berlin-aidshilfe.de/angebote/anonymer-hiv-und-syphilis-test-der-berliner-aids-hilfe-schnell-oder-labortest

Bei einem positiven Ergebnis hilft Dir die Aidshilfe auch weiterführend und vermittelt Dich an entsprechende Stellen weiter. 

Was ist Syphilis?
Syphilis ist eine leicht übertragbare Krankheit, die von Bakterien verursacht wird. Früh erkannt, kann die Syphilis heutzutage mit Antibiotika gut geheilt werden. Wenn sie aber nicht rechtzeitig behandelt wird, kann sie schwerwiegende gesundheitliche Schäden nach sich ziehen. Die Syphilis wird auch Lues oder „harter Schanker“ genannt.

Das Wichtigste über Syphilis (Lues)

  • Die Syphilis ist eine leicht übertragbare Geschlechtskrankheit durch Bakterien, die den gesamten Körper betrifft.
  • Sie verläuft in mehreren Stadien und es treten sehr unterschiedliche Symptome auf. Zeitweise macht sich die Syphilis gar nicht bemerkbar. Deshalb bleibt die Krankheit oft unerkannt.
  • Unbehandelt kann die Syphilis schwere, zum Teil lebensbedrohliche Folgen haben.
  • Mit Antibiotika ist die Krankheit gut behandelbar.
  • Kondome/Femidome beim Vaginal- und Analverkehr reduzieren das Risiko einer Übertragung, schützen aber nicht vollständig.

Symptome
Die Syphilis bringt sehr verschiedene Beschwerden und Verläufe hervor. Deswegen wird sie oft übersehen oder mit anderen Krankheiten verwechselt.

Zu Beginn entsteht oft ein kleines Geschwür an der Stelle, wo der Erreger in den Körper eingedrungen ist, zum Beispiel am Penis, in der Scheide, im Analbereich oder am Mund. Hinzu kommen Schwellungen der Lymphknoten. Diese Symptome klingen meist von selber wieder ab.

Nach etwa zwei Monaten kann es zu Beschwerden wie Fieber,  Kopf- und Gelenkschmerzen kommen. Häufig bilden sich Hautausschläge und Belag auf der Zunge. Auch diese Krankheitszeichen klingen von alleine wieder ab. Meist macht sich die Syphilis danach nicht mehr bemerkbar.

Kommt es stattdessen nach Jahren zur dritten Phase der Krankheit, treten überall am Körper Geschwüre auf. Auch die Organe und das Nervensystem können geschädigt werden – bis hin zu Taubheit, Blindheit und geistigem Verfall. Dank guter Behandlungsmöglichkeiten kommt es dazu aber heute so gut wie gar nicht mehr.

Wie steckt man sich mit Syphilis an?
Die Syphilis ist leicht übertragbar. Die Erreger befinden sich überall, wo sich Haut oder Schleimhaut durch die Krankheit verändern und Flüssigkeit absondern, außerdem im Blut.

Über kleinste Verletzungen in der Haut oder Schleimhaut (zum Beispiel im Mund, im Analbereich, am Penis oder in der Scheide) können die Bakterien in den Körper eines anderen Menschen eindringen. Meistens passiert das beim ungeschützten Vaginal- oder Analverkehr. Aber auch beim Oralverkehr kann die Syphilis übertragen werden. Besonders leicht ist eine Übertragung von gemeinsam benutzten Spritzen beim Drogenkonsum.

Schwangere Frauen können die Bakterien an ihr ungeborenes Kind weitergeben.

Auch Menschen, die keine Symptome spüren, können andere anstecken.

Syphilis und HIV
Bei Menschen mit HIV schreitet die Krankheit oft schneller voran. Bei ihnen bricht die Krankheit auch häufiger wieder aus, obwohl sie Medikamente dagegen erhalten haben. Außerdem fällt der Bluttest auf Syphilis bei Menschen mit HIV manchmal negativ aus, obwohl eine Infektion vorliegt.

Nach einer Syphilis-Therapie muss bei HIV-Positiven noch regelmäßig ein Blutttest durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass die Syphilis wirklich dauerhaft erfolgreich therapiert wurde und nicht wieder aufflammt.

Schutz vor Syphilis
Das Risiko einer Syphilis kann man beim Sex nicht vollständig ausschließen, durch Kondome aber senken. Den Kontakt mit nässenden Hautstellen des Partners sollte man meiden. Kommen Sexspielzeuge zum Einsatz, sollte man für jeden Partner und jede Partnerin ein neues Kondom darüber ziehen und danach gründlich reinigen.

Besonders wichtig: Menschen mit häufig wechselnden Sexualpartnern sollten sich einmal im Jahr auf Syphilis testen lassen, um die Krankheit gegebenenfalls rechtzeitig behandeln zu können und sie nicht weiterzugeben.

Behandlung
Die Syphilis wird mit Antibiotika behandelt, meistens mit Penizillin. Die Medikamente werden in einen Muskel gespritzt oder – bei schweren Verläufen – per Infusion in eine Ader gegeben. Wird die Krankheit in den ersten beiden Stadien behandelt, dauert die Therapie zwei bis drei Wochen. Auch in späteren Krankheitsphasen ist eine Behandlung noch möglich, allerdings dauert die Therapie dann meistens länger.

Menschen mit einer Syphilis sollten auf Sex verzichten, bis die Therapie beendet ist. Soweit möglich, sollten sie ihre Sexpartner_innen informieren, dass sie sich infiziert haben könnten. Auch die sollten sich unbedingt auf Syphilis untersuchen lassen.

Diagnose
Bei Verdacht auf Syphilis wird ein Bluttest durchgeführt.

Syphilisinfektionen werden von der Praxis beziehungsweise dem Labor, in der sie festgestellt werden, an das Robert-Koch-Institut gemeldet, das die Verbreitung von Infektionskrankheiten in Deutschland überwacht. Der Name des Patienten wird dabei aber nicht genannt.

Was ist Tripper?
Das Wichtigste über Tripper (Gonorrhoe)

  • Der Tripper ist eine der häufigsten Geschlechtskrankheiten.
  • Betroffen sind in der Regel Harnröhre, Enddarm, Rachen und Augen.
  • Im Rachen und Enddarm verläuft eine Gonorrhö fast immer ohne Symptome.
  • Infektionen der Genitalien führen bei knapp der Hälfte der Frauen und bei etwa 90 % der Männer zu Beschwerden. Charakteristisch sind eitriger, oft übelriechender Ausfluss und Schmerzen beim Pinkeln.
  • Ein Tripper wird mit Antibiotika behandelt.
  • Kondome/Femidome beim Vaginal- und Analverkehr reduzieren das Risiko einer Übertragung, schützen aber nicht vollständig.

Wie stecke ich mich mit Tripper an?
Die Infektion ist leider sehr leicht übertragbar, und zwar nicht nur beim Vaginal- oder Analverkehr, sondern zum Beispiel auch beim Oralverkehr („Blasen“, „Lecken“). Ein Risiko besteht vor allem dann, wenn Schleimhäute direkt miteinander in Kontakt kommen.

Außerhalb der menschlichen Schleimhaut sind die Gonokokken nicht lange überlebensfähig. Eine Ansteckung über Toiletten, Handtücher und Ähnliches ist darum extrem unwahrscheinlich.

Symptome
Nach wenigen Tagen führt der Bakterienbefall der Schleimhäute zu Entzündungen. Zugleich bildet sich Eiter. Bei Männern tritt er als milchig-weißer, später cremig-gelber Ausfluss aus der Harnröhre aus. Männer haben bei Tripper in der Harnröhre typischerweise nach drei Tagen erhebliche Beschwerden. Es brennt und juckt.

Frauen haben oft Schmerzen beim Wasserlassen, bei ihnen kann die Entzündung der Harnröhre aber auch ohne Beschwerden verlaufen.

Bei der Infektion anderer Schleimhäute kann der Tripper leicht übersehen werden: Wenn die Krankheitszeichen zum Beispiel im Rachenraum auftreten, verwechselt man sie leicht mit einer Erkältung. Auch bei einer Infektion des Enddarms wird der Tripper meist nicht erkannt.

Wichtig: Auch wenn die Beschwerden wieder zurückgehen, kann ein unbehandelter Tripper sich weiter im Körper ausbreiten und Folgen bis hin zu Unfruchtbarkeit verursachen.

Tripper und HIV
Ein Tripper erhöht das Risiko einer HIV-Übertragung. Bei unbehandelten HIV-Positiven enthalten die entzündeten Schleimhäute besonders viele Viren. Das gleiche gilt für die Flüssigkeiten, die diese Schleimhäute absondern. Bei HIV-Negativen erleichtert die Entzündung dem Virus den Eintritt in den Körper.

Diagnose und Behandlung
Ein Tripper lässt sich durch einen Abstrich feststellen.

Die Krankheit kann mit Antibiotika behandelt werden. Allerdings treten immer häufiger Erreger auf, die gegen bestimmte Medikamente schon resistent (unempfindlich) sind. Die Therapie ist deswegen manchmal kompliziert.

Bis zum Ende der Behandlung sollte auf sexuelle Kontakte verzichtet werden, um die Infektion nicht weiterzugeben. Um einen Pingpong-Effekt zu vermeiden sollten sich auch Sexpartner untersuchen lassen – auch wenn sie keine Beschwerden haben.