Herzlich Willkommen bei unserem Lexikon zum Thema geschlechtliche und sexuelle Vielfalt. Wir freuen uns darüber, wenn wir hier zu besonderen Begriffen aufklären und falls noch wichtige Begriffe fehlen sollten, könnt ihr die uns gerne per >> Kontaktformular zusenden.

asexuell oder aromantisch sind Selbstbezeichnungen für Personen, die wenig oder kein Bedürfnis an sexuellen bzw. romantischen Kontakten haben.

Das biologische Geschlecht (englisch „sex“) umfasst das chromosomale, das gonodale,
das hormonelle sowie das äußere und das innere genitale Geschlecht. Es bezieht sich
also auf Chromosomensätze (XX, XY, XXY und weitere), Keimdrüsen (Eierstöcke, Hoden,
Ovotestes), Hormone und Geschlechtsorgane (Klitoris, Penis, Phalloklit und weitere
Mischformen). Anhand ausgewählter biologischer Merkmale wird Menschen bei der
Geburt ein Geschlecht zugewiesen.

„bi“=“zwei“ bezeichnet Menschen, die sich zu beiden Geschlechtern sexuell hingezogen fühlen und/oder Frauen und Männer lieben. 

Der Christopher Street Day (CSD) ist ein Fest-, Gedenk- und Demonstrationstag von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern. An diesem Tag wird für die Rechte dieser Gruppen sowie gegen Diskriminierung und Ausgrenzung demonstriert. Die größten Umzüge anlässlich des CSD im deutschsprachigen Raum finden in Köln und Berlin statt.

Die Bezeichnung Christopher Street Day ist nur in Deutschland, Teilen Österreichs und der Schweiz üblich. In englischsprachigen und romanischen Ländern wird meist von Gay Pride und Pride Parades gesprochen.

(cis, lateinisch: diesseits) bezeichnet, dass eine Person in Übereinstimmung mit ihrem bei Geburt zugewiesenen Geschlecht  lebt. Cis-geschlechtlich zu sein entspricht, im Gegensatz zu trans-geschlechtlich, der Norm.

Coming-out bzw. Comingout (von englisch coming out of the closet,wörtlich: „aus der Kammer herauskommen“ bezeichnet zumeist den individuellen Prozess, sich seiner eigenen gleichgeschlechtlichen Empfindungen oder seiner von gesellschaftlich festgelegter geschlechtlicher Identität oder Geschlechterrolle abweichenden Empfindungen bewusst zu werden und zu akzeptieren – und dies anschließend dem näheren familiären und sozialen Umfeld mitzuteilen. 

ist eine Selbstbezeichnung eines Menschen, der es lustvoll findet oder einfach nur schön, Kleidung zu tragen, die nicht mit ihrem eigenen Geschlecht assoziiert wird. Das Tragen von Kleidung sagt nichts über die Geschlechts-Identität dieser Personen aus. Häufig wird es in Abgrenzung zu dem pathologischen Begriff Transvestit verwendet.

Diskriminierung bezeichnet eine Benachteiligung oder Herabwürdigung von Gruppen oder einzelnen Personen nach Maßgabe bestimmter Wertvorstellungen oder aufgrund unreflektierter, z. T. auch unbewusster EinstellungenVorurteileoder emotionaler Assoziationen. Diskriminierung ist das Gegenteil von Privilegierung. 

Der englische Begriff ‚diversity’ bezeichnet ‚Vielfalt’ im weitesten Sinne. Im Kontext
von Antidiskriminierung ist Diversity ein Konzept, das auf die Vielfalt, Verschiedenheit
und Individualität von Menschen verweist und einen respektvollen und wertschätzenden
Umgang miteinander gebietet. Gleichzeitig umfasst Diversity aber auch die Vielfalt
innerhalb von Personen und berücksichtigt damit, dass eine Person nicht nur Träger
eines einzigen Identitätsmerkmals ist, sondern dass Identität sehr vielschichtig ist.

steht ursprünglich für die Abkürzung “Dressed as Girl” und später auch für “Dressed as Guy”. Es ist eine Kunstform, die gesellschaftlicher Geschlechterklischees übertreibt und sich darüber lustig macht.

Unter dem Begriff Drittes Geschlecht werden in der ethnologischen Forschung verschiedene
Formen alternativer Geschlechter zusammengefasst. Beispiele sind etwa die
indischen Hijras, die Ladyboys oder Kathoey in Thailand, die geschworenen Jungfrauen
in verschiedenen Balkanländern oder die Two-Spirit-People in den indigenen Kulturen
Amerikas. Mit kulturellen Traditionen begründet haben Indien, Pakistan und Australien
die Möglichkeit eines amtlichen dritten Geschlechtseintrags geschaffen und so ein
drittes Geschlecht auch als juristische Kategorie eingeführt.

bedeutet auf Geschlecht bezogen mit einem Körper geboren worden zu sein, der den gewöhnlichen Vorstellung von männlich und weiblich entspricht. Dyadisch entspricht, im Gegensatz zu inter, der Norm.

ist die Vorstellung, dass ausschließlich zwei Geschlechter, nämlich männlich und weiblich, existieren. Ein Fremdwort dafür ist Geschlechterbinärität. An anderen Orten dieser Welt und zu anderen Zeitpunkten haben Geschlecht und diese Einteilung eine andere Bedeutung.

Menschen werden meistens bereits vor der  Geburt von Ärzten auf Grund von körperlichen Merkmalen entweder als Junge oder Mädchen eingeteilt. Es geschieht eine Zweiteilung in Junge und Mädchen, obwohl körperliche Merkmale sehr unterschiedlich sein können. Für manche Menschen ist diese Einteilung im Laufe des Lebens nicht stimmig. Je nachdem welcher Kategorie ein Mensch zugewiesen wird, werden verschiedene Erwartungen an ihn gestellt. Dies prägt – wie andere Merkmale auch – das Selbstbild und das Verhalten. Solche Merkmale sind beispielsweise Alter, Staatszugehörigkeit oder Religion.

„Der Unterstrich, auch Gender-Gap genannt, bietet in der Schriftsprache symbolisch Raum für Menschen, die sich nicht (nur) in der Zweigeschlechtlichkeit von Frau und Mann wiederfinden (möchten), z.B. Lehrer_innen.“

Das Sternchen oder sog. “Wildcard” kommt aus der Computersprache und dient dort als Platzhalter für eine beliebige Anzahl und Kombination von Buchstaben. Hinter Trans* sollen dadurch alle verschiedenen Identitäten, wie beispielsweise “mit Transitionserfahrung”, Transsexuell oder Transgender mit eingeschlossen werden.

“Gender” ist der englische Begriff für das soziale Geschlecht oder die Geschlechtsidentität, „fluid“ bedeutet „fließend“ oder einfach „nicht fest“.
Das heißt, dass bei genderfluiden Personen die Geschlechtsidentität wechselt.
Wie genau sie wechselt ist ganz verschieden, bei manchen Personen hängt es vom Gegenüber ab, oder vom Umfeld in dem sie sich gerade befinden. Bei anderen wechselt es einfach immer nach einer Weile wieder, oder auch mal ganz plötzlich. Zwischen welchen Geschlechtsidentitäten es wechselt ist ebenfalls individuell verschieden. Manche genderfluiden Personen wechseln zwischen männlich und weiblich, andere zum Beispiel zwischen weiblich, neutrois und androgyn, wieder andere zwischen agender und männlich, und so weiter. Die verschiedenen Geschlechtsidentitäten sind dabei nicht unbedingt gleich stark, manche genderfluide Personen fühlen sich beispielsweise die meiste Zeit über neutrois und an ein paar Tagen im Jahr ganz eindeutig weiblich, etc.
Für viele genderfluide Personen ist es wichtig, dass ihr Ausdrucksgeschlecht und die für sie verwendeten Begriffe (wie „er“ oder „Frau“) jeweils auch zur aktuellen Geschlechtsidentität passen. Manche genderfluide Personen haben verschiedene Namen, mit denen sie je nach aktueller Geschlechtsidentität angesprochen werden. Auch die Geschlechtsdysphorie kann je nach aktueller Geschlechtsidentität stärker oder schwächer sein, oder sich auf andere Aspekte beziehen.

beschreibt, ob ich mich als männlich oder weiblich fühle. Manchmal reichen diese zwei Kategorien jedoch nicht aus.

Die Hautfarbe (auch Teint) ist ein körperliches Merkmal, das vor allem durch die Pigmentierung der Haut und die Struktur der Blutgefäße bestimmt wird.

kann eine Selbstbezeichnung sein für Frauen und Mädchen, die sich zu Männern und Jungen sexuell hingezogen fühlen/sich verlieben bzw. umgekehrt. In der Regel wird davon ausgegangen, dass alle Menschen heterosexuell sind. Das wird Heteronormativität genannt. Heterosexuelle Personen werden in der Gesellschaft bevorzugt. (leider ist das noch so)

Homophobie wird häufig verstanden als eine auf Vorurteilen basierende irrationale
Furcht vor und Abneigung gegen Homosexualität, gegen Lesben, Schwule, Bisexuelle und ihre Lebensweisen. Homophobie ist keine Phobie im psychologischen Sinne,
sondern eine gesellschaftlich verankerte, soziale, gegen Lesben und Schwule gerichtete
Aversion bzw. Feindseligkeit. Homophobie findet auf persönlicher Ebene und im
öffentlichen Leben Ausdruck z.B. in Form von Hass, Diskriminierung, Lächerlichmachen,
verbaler, psychischer und physischer Gewalt sowie Verfolgung und Mord.

Auf gesellschaftlich-struktureller und institutioneller Ebene ist Homophobie häufig
verankert in ungerechtfertigten und nicht vertretbaren Einschränkungen von Rechten,
die oft mit Verweis auf die „öffentliche Ordnung“ begründet werden.

ist ein Überbegriff für „Lesbisch“ und „Schwul“. Er kommt aus dem griechischen: „Homo“=“Gleich“.

Inklusion in seiner ursprünglichen Wortbedeutung stammt aus dem Lateinischen und
bedeutet „Einschluss“ oder auch „Enthaltensein“. Inklusion bezeichnet also einen
Zustand der (selbstverständlichen) Zugehörigkeit aller Menschen zur Gesellschaft,
verbunden mit der Möglichkeit zur uneingeschränkten Teilhabe in allen Bereichen
dieser Gesellschaft. Das Konzept der Inklusion wendet sich damit gegen die Diskriminierung
oder das „an den Rand drängen“ (Marginalisierung) von Menschen aufgrund
zuschreibbarer Merkmale wie z. B. religiöse und weltanschauliche Überzeugungen,
Geschlecht, Soziallage, Alter, kulturelle Hintergründe, Hautfarbe, sexuelle Orientierung
und körperliche oder geistige Behinderungen. Verschiedenheit wird als positiver
Bestandteil von Normalität betrachtet.

umschreibt die gelebte Erfahrung mit einem Körper geboren zu sein, der den gewöhnlichen Vorstellungen von männlich und weiblich nicht entspricht. Dies führt noch heute zu Diskriminierungen und Menschenrechtsverletzungen, wie z. B. nicht eingewilligte geschlechtsverändernde Eingriffe. Auch äußere Geschlechtsmerkmale sind der Einteilung in zwei Geschlechter und der gesellschaftlichen Annahmen in Bezug auf Geschlecht unterworfen. Inter kann auch im Laufe des Lebens mit beispielsweise Einbruch der Pubertät einsetzen. Manchen Personen wird unter Umständen niemals bewusst, dass sie inter geboren wurden. Inter Personen können cis-geschlechtlich oder trans sein und alle Selbstbezeichnungen von sexueller und romantischer Orientierung für sich verwenden.

kann eine Selbstbezeichnung für eine sexuelle Orientierung sein bei der sich Mädchen und Frauen zu anderen Mädchen und Frauen sexuell hingezogen fühlen. Außerdem bezeichnet es eine romantische Orientierung, die von Mädchen genutzt wird, die sich in Mädchen verlieben. Gleiches gilt für Frauen, die sich in andere Frauen verlieben / sich zu ihnen sexuell hingezogen fühlen.

LGBT (auch GLBTLGBTILSBTTIQLGBTQIA+ und andere Formen) ist eine aus dem englischen Sprachraum kommende Abkürzung für Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender, also LesbenSchwuleBisexuelle und Transgender. Sie ist eine Anpassung der seit Mitte der 1980er Jahre verwendeten Abkürzung LGB als Ersatz für die negativ konnotierte Beschreibung homosexuell. Die Abkürzung LGBTQIA+ steht für lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, transgender, queereintersexuelle und asexuelle Menschen. Es existiert auch die kürzere Variante LGBTQ. Es handelt sich dabei um eine Gemeinschaft mit unterschiedlicher Thematik, deren Gemeinsamkeit es ist, nicht der Heteronormativität zu entsprechen. Es geht um die sexuelle Orientierung gegenüber dem Partnergeschlecht, um die eigene Geschlechtsidentität und um körperliche Geschlechtsvariationen.

LGBTQ ist die englische Abkürzung für lesbian, gay, bisexual, trans, queer (dt: lesbisch,
schwul, bisexuell, trans, ‚queer’ wird im Deutschen übernommen). Der Begriff „queer“
hat vielfältige Bedeutungen. Im Kontext von LGBTQ stellt er eine Selbstbezeichnung von
Menschen dar, die in ihrer sexuellen Orientierung und/oder geschlechtlichen Identität
nicht der heteronormativen Ordnung entsprechen oder entsprechen wollen, aber
Begriffe wie lesbisch, schwul, bisexuell, trans für sich ablehnen.

LGBTQI ist die englische Abkürzung für lesbian, gay, bisexual, trans, queer, intersexual.

Durch die Kombination verschiedener Identitätsmerkmale sind Menschen häufig von
verschiedenen Diskriminierungen wie z.B. Rassismus, Sexismus, Behindertenfeindlichkeit,
Homophobie und Transphobie betroffen. Diese können nicht als voneinander getrennt betrachtet, sondern müssen in ihrer Verwobenheit berücksichtigt werden.
Oftmals ist es daher schwer eine Diskriminierung auf eine alleinige (zugeschriebene oder tatsächliche) Identität oder Kategorie zurückzuführen, da diese zusammenwirken.
Mehrfachdiskriminierung beschreibt daher vor allem spezifische Erfahrungen, die weder mit der Zugehörigkeit zu einer alleinigen noch mit der simplen Addition mehrerer Identitäten/Kategorien gefasst werden kann.

(Griechisch: „Pan“=“Alle“) kann eine Selbstbezeichnung sein für Personen, die sich zu Personen jeden Geschlechts sexuell hingezogen fühlen und/oder Personen jeden Geschlechts lieben.

ist das Gegenteil von Diskriminierung. Es bedeutet, dass ein Mensch bevorzugt, also besser behandelt wird, weil dieser zum Beispiel cis-geschlechtlich, weiß, heterosexuell oder reich ist.

stammt ursprünglich aus dem Englischen und entstand als Schimpfwort. Mittlerweile ist der Begriff außerhalb des Englischsprachigen Raumes geläufig, eine Selbstbezeichnung und ein politischer Begriff, der sich gegen Normen richtet. Er schließt vielfältige Formen von sexueller/romantischer Orientierung und Geschlechtsidentitäten ein, die von Heteronormativität abweichen. 

Der Begriff bezeichnet Familienformen unterschiedlicher Konstellation, in denen
mindestens ein Elternteil lesbisch oder schwul lebt. Die Kinder stammen zum Teil
aus früheren heterosexuellen Beziehungen oder wurden z. B. durch Insemination
gezeugt. Seit 2007 gibt es durch eine Erweiterung des Lebenspartnerschaftsgesetzes die Möglichkeit zur Stiefkindadoption, so dass beide Lebenspartner/-innen das Elternrecht
für ein leibliches Kind erhalten können. Immer mehr Lesben und Schwule entscheiden
sich bewusst für ein Leben mit Kindern.

ist ein Oberbegriff für alle Selbstbezeichnungen, die beschreiben, zu Personen welchen Geschlechts sich ein Mensch romantisch hingezogen fühlen kann. Ein Beispiel dafür ist homoromantisch. Bei der Benennung von Orientierungen haben wir jeweils romantische und sexuelle Orientierung berücksichtigt, also neben homoromantisch auch heterosexuell.

Die Bezeichnung Schwarze deutet auf eine sehr dunkle Hautfarbe der so bezeichneten Menschen hin. Vielfach werden jedoch Menschen mit allen möglichen Varianten der Hautpigmentierung von dunkelsten bis zu sehr hellen Hautfarben einbezogen, einschließlich Albinos. Daher ist die Bezeichnung „Schwarze“ kein Indikator der Hautfarbe, sondern einer rassentheoretischen oder ethnischen Einteilung.

Schwuchtel ist eine meist salopp und abwertend als Schimpfwort verwendete Bezeichnung für Schwule oder einen sich weiblich benehmenden Mann. Seltener kommt es als wertneutrale ironisierende Selbstbezeichnung vor, manchmal zur Differenzierung untereinander. Der Unterschied ist meist im Tonfall zu hören oder aus dem geschriebenen Kontext zu entnehmen. Als Verb existiert die Bezeichnung schwuchteln. Es gibt kein weibliches Pendant.

Das Wort schwul ist das weitestverbreitete deutsche Synonym für homosexuell und bezeichnet üblicherweise die männliche Homosexualität. Immer häufiger wird es im öffentlichen Sprachgebrauch und in der Schriftsprache verwendet; in einigen Wörterbüchern ist es als umgangssprachlich und als Eigenbezeichnung markiert. Vor allem in der Vergangenheit wurde es auch für weibliche Homosexualität verwendet.

In der humanwissenschaftlichen Analyse von Geschlecht und Geschlechterverhältnissen
steht der Begriff „Sex“ (Biologisches Geschlecht) dem Begriff „Gender“ (Soziales Geschlecht) gegenüber. Beide bestimmen in ihrem kulturell geprägten und gedeuteten Zusammenwirken unsere Wahrnehmung von Geschlecht.

Die sexuelle Identität ist das grundlegende Selbstverständnis der Menschen davon, wer
sie als geschlechtliche Wesen sind, wie sie sich selbst wahrnehmen und wie sie von
anderen wahrgenommen werden wollen. Der Begriff sexuelle Identität umfasst das
geschlechtliche Selbstverständnis (biologisches, psychisches und soziales Geschlecht)
sowie die sexuelle Orientierung (Begehren). Als juristischer Terminus wird der Begriff
„sexuelle Identität“ in Gesetzestexten verwendet, um Diskriminierungsschutz sowohl
von Lesben, Schwulen und Bisexuellen als auch von Transsexuellen zu gewährleisten.

Sexuelle Orientierung (auch Sexualorientierung oder Geschlechtspartner-Orientierung) erfasst die nachhaltigen Interessen einer Person bezüglich des Geschlechts eines potentiellen Partners auf der Basis von Reproduktionsinteresse, Emotionromantischer LiebeSexualität und Zuneigung. Gegenüber sexuellem Verhalten unterscheidet sie sich durch den Bezug auf Gefühle und Selbstkonzept. Darauf basierendes sexuelles Verhalten kann stattfinden, muss aber nicht. Zwischen zwei Extremen herrscht eine stufenlose Vielfalt. Die sexuelle Orientierung wird meist als einer von mehreren Teilen der sexuellen Identität angesehen und ist teilweise ein Ergebnis der sexuellen Prägung.

Der gesellschaftspolitische Begriff Sexuelle Vielfalt steht für die Vielfalt von Lebensformen,
sexuellen Orientierungen, Geschlechtsidentitäten und Geschlechterinszenierungen,
er bezieht sich also nicht auf Sexualität oder Sexualpraktiken, sondern auf Identität
und Lebensformen.

Der englische Hilfsbegriff bezeichnet Jungen, die sich nicht geschlechtsrollenkonform
verhalten und inszenieren, weil ihre Interessen und Fähigkeiten eher dem weiblichen
Stereotyp entsprechen. Im Deutschen werden sie als weiche, zarte oder „mädchenhafte“
Jungen nur unzureichend beschrieben. „Boys“ bezieht sich hier auf das biologische
Geschlecht. Kinder, die sich den an sie gerichteten Rollenerwartungen widersetzen und
Geschlechtergrenzen überschreiten, unterliegen oft einem starken Rechtfertigungsdruck
und müssen eventuell besonders vor Diskriminierungen geschützt werden.

Der englische Hilfsbegriff bezeichnet Mädchen, die sich nicht geschlechtsrollenkonform
verhalten und inszenieren, weil ihre Interessen und Fähigkeiten eher dem
männlichen Stereotyp entsprechen. Im Deutschen werden sie als burschikose, wilde
oder „jungenhafte“ Mädchen nur unzureichend beschrieben. „Boys“ bezieht sich hier
auf das soziale Geschlecht. Kinder, die sich den an sie gerichteten Rollenerwartungen
widersetzen und Geschlechtergrenzen überschreiten, unterliegen oft einem starken
Rechtfertigungsdruck und müssen eventuell besonders vor Diskriminierungen geschützt
werden.

Transgender (lateinisch trans ‚jenseits von‘) ist eine Bezeichnung für Menschen, deren Geschlechtsidentität oder Geschlechtsrolle von dem Geschlecht abweicht, dem sie zu Beginn ihres Lebens aufgrund augenscheinlicher körperlicher Geschlechtsmerkmale zugewiesen (zugeordnet) wurden. Der Begriff Transgender hat sich als Selbst- oder Fremdbeschreibung und Positionsbestimmung im gesellschaftlichen heteronormativen Raum etabliert und dient als Überbegriff: Zusätzlich zu Personen, deren Geschlechtsidentität im Gegensatz zu dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht steht, die als Transmänner und Transfrauen bezeichnet werden, umfasst der Begriff auch Personen, die sich nicht oder nicht ausschließlich als Frau oder Mann identifizieren. Diese sind z. B. non-/nichtbinär, genderqueer (vgl. queer), Bigender, Pangender, genderfluid oder Agender.

Als Transfrau bezeichnen sich Personen, denen bei der Geburt zwar das männliche Geschlecht zugewiesen wurde, die sich selbst aber dem weiblichen Geschlecht zugehörig fühlen und ihren Körper ggf. durch Hormongaben und/oder geschlechtsangleichende Operationen entsprechend ihrer Geschlechtsidentität verändern. Die Sexualmedizin spricht von Mann-zu-Frau-Transsexuellen.

1. Transgender wird häufig als Oberbegriff für alle Personen verstanden, für die das
gelebte Geschlecht keine zwingende Folge des bei der Geburt zugewiesenen Geschlechts
ist.

2. Als Transgender bezeichnen sich Personen, die ihre Geschlechtsidentität jenseits der
binären Geschlechterordnung leben und damit die Geschlechterdichotomie Frau/Mann
in Frage stellen.

Transgender ist (im Gegensatz zu Transsexualität) kein medizinischer, sondern ein
sozialwissenschaftlicher und politischer Begriff.

Als Transmann bezeichnen sich Personen, denen bei der Geburt zwar das weibliche Geschlecht zugewiesen wurde, die sich selbst aber dem männlichen Geschlecht zugehörig fühlen und ihren Körper ggf. durch Hormongaben und/oder geschlechtsangleichende Operationen entsprechend ihrer Geschlechtsidentität verändern. Die Sexualmedizin spricht von Frau-zu-Mann-Transsexuellen.

Transphobie wird häufig verstanden als eine auf Vorurteilen basierende irrationale
Furcht vor und Abneigung gegen Transgeschlechtlichkeit, transgeschlechtliche Menschen und ihre Lebensweisen.

Als Transsexuelle bezeichnen sich in einer Zwei-Geschlechter-Ordnung Personen, denen bei der Geburt zwar ein Geschlecht zugewiesen wurde, die sich selbst aber dem anderen Geschlecht zugehörig fühlen. Viele Transsexuelle passen durch Hormongaben und/oder geschlechtsangleichende Operationen ihren Körper an, um ihn mit ihrem
psychischen Geschlecht in Übereinstimmung zu bringen. Der Zustand vor dem
Transformationsprozess wird häufig durch den Satz beschrieben: „Ich bin im falschen
Körper geboren.“ Rechtliche Verfahren sind in Deutschland im Transsexuellengesetz
(TSG) geregelt, das eine kleine Lösung (Vornamensänderung) und eine große Lösung
(Personenstandsänderung) vorsieht. Der Begriff Transsexualität (auch Transsexualismus)
stammt aus dem Bereich der medizinischen Diagnostik. Transsexualität ist keine sexuelle Orientierung, Transmänner und Transfrauen in der Zwei-Geschlechterordnung leben und lieben heterosexuell, lesbisch, schwul oder bisexuell.

Transvestismus, auch Transvestitismus oder Cross-Dressing genannt, bezeichnet das
Tragen gegengeschlechtlicher Kleidung. Die meisten Transvestiten sind heterosexuelle
Männer; sie identifizieren sich nicht als Frauen, sondern als Männer, die in begrenztem
Umfang eine weibliche Inszenierung bevorzugen. Transvestismus bezieht sich also
auf die Verhaltensebene, nicht auf die Geschlechtsidentität. Transvestismus ist stark
tabuisiert und daher im öffentlichen Raum kaum sichtbar. Die professionelle Variante des Transvestismus im klassischen Showgeschäft wird Travestie genannt, in der Alternativkultur wird von Drag Shows gesprochen, die weiblich inszenierte Drag Queens und männlich inszenierte Drag Kings veranstalten. Cross-Dressing kann als Teil eines transgeschlechtlichen Selbstkonzepts von Transgender Personen auch Fragen einer
Geschlechtsidentität jenseits der Zwei-Geschlechter-Ordnung berühren.

Mit dem meist abschätzigen Begriff Tunte werden sowohl in manchen heterosexuellen als auch homosexuellen Kreisen oft solche Schwule bezeichnet, die durch ein affektiertes Verhalten auffallen. Oftmals wird dieser Ausdruck (fälschlicherweise) mit Transe gleichgesetzt, auch um ihn als Schimpfwort zu benutzen. Besonders in der Selbstbezeichnung unter Schwulen muss es jedoch nicht in jedem Fall negativ gemeint sein. Oftmals ist die Selbstdefinition als Tunte mit dem Tragen von Frauenkleidung verbunden, weshalb eine Verwechslung mit Travestie­künstlern vorkommen kann. Von Homosexuellen selbst angewandt, wird dieser Begriff zur Provokation eingesetzt, er ist aber auch hier mit deutlich geringschätziger Konnotation versehen.

Der medizinische Fachbegriff Zisidentität beschreibt als ärztliche Diagnose eine
Ausprägung von Transsexualität bzw. Transgender, bei der nur teilweise geschlechtsangleichende Operationen gewünscht sind. Er steht also für Trans-Menschen, die sich nicht vollständig an das andere Geschlecht angleichen wollen und häufig insbesondere keine Angleichung der Genitalien wünschen. (Der medizinische Fachbegriff ist nicht zu verwechseln mit dem sozialwissenschaftlichen Begriff Cisgender/Cis-geschlechtlich, siehe
dort)